| Konservierende Landbewirtschaftung: Ökonomische Vorteile | |||||||||||||
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| Der wirtschaftliche Aspekt konservierender Bodenbearbeitung ist ein weiterer wichtiger Faktor, der zu betrachten ist. So erfordern in der konventionellen Bestellung Bodenbearbeitungsmaßnahmen erheblichohöhere Investitionen für Maschinenausstattung, höhere Kosten für Instandhaltung, für fossile Brennstoffe sowie höheren Arbeitszeitaufwand im Vergleich zur konservierenden Bodenbearbeitung, insbesondere im Vergleich zur Direktsaat. In mediterranen Gebieten beträgt die geschätzte Treibstoffersparnis durch den Einsatz von Direktsaat auf den Flächen des Olivenanbaus etwa 60 bis 80 Liter pro Hektar. Im Falle einjähriger Fruchtarten sind es 31.5 Liter pro Hektar. Bei konservierender Bodenbearbeitung kann davon ausgegangen werden, dass der Energieverbrauch und Arbeitszeitbedarf im Bereich von 15 - 50% reduziert werden kann und die energetische Produktivität (Output Ertrag pro Input Energie) um 25 - 100% höher ist. Bei Direktsaat/no-tillage wird die Bestellung in einer einzelnen Überfahrt erledigt im Vergleich zu zwei oder mehr Bearbeitungsmaßnahmen bei konventioneller Bodenbearbeitung. Weniger Überfahrten führen zu Einsparungen von schätzungsweise 97 EUR pro Hektar durch geringere Wertminderung an Maschinen und Instandhaltungskosten. Darausresultieren Einsparungen von 1940 EUR für einem 200 Hektar großen Betrieb und der Dieselkraftstoffverbrauch kann um 31.5 Liter pro Hektar im Vergleich zu konventioneller Bodenbearbeitungöreduziert werden. In der Regel kompensieren oder übersteigen diese Einsparungen die Mehrkosten der konservierenden Bestellung (Einsatz von Herbiziden und Direktsaatmaschinen). So beträgt unter südeuropäischen Bedingungen die jährliche Kostenreduzierung durch Direktsaat im Vergleich zur konventionellen Bodenbearbeitung 40 bis 60 EUR pro Hektar. Daher sind die Motive von Landwirten, die konservierende Bodenbearbeitung angenommen haben, sehr stark durch die Kosteneinsparungen geprägt. Besonders deutlich gilt dies für Standorte die nicht stark erosionsgefährdet sind und/ oder für Länder, in denen Landwirtschaft nicht staatlich subventioniert wird, wie beispielsweise Argentinien und Brasilien. In anderen Fällen ist die Motivation zur Anwendung der konservierenden Techniken eher geprägt durch Vermeidung von Bodenerosion, Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und Reduktion der unproduktiven Wasserverdunstung. | |||||||||||||
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| Erträge von erodierten Böden sind niedriger als jene der geschützten Böden, weil Erosion Bodenfruchtbarkeit und Wasserverfügbarkeit verringert. Zum Beispiel sind die Erträge auf stark erodierten Böden auf einigen Standorten 9% bis 34% niedriger als jene auf leicht erodierten (38). Auch die Wasserressourcen nehmen aufgrund von Erosion ab. Zum Beispiel auf leichten Böden, die eine hohe Wasserinfiltrationsrate aufweisen, hat konventionelle Bearbeitung als allgemeinen Effekt ein feines Saatbett zur Folge, das sehr verschlämmungsanfällig ist. Dadurch nimmt die Infiltrationsrate ab, Oberflächenabfluss tritt über eine längere Periode auf und das Niederschlagswasser steht damit für die Grundwasserneubildung nicht zu Verfügung. Die Verwendung großer Mengen von Düngemitteln und Pestiziden sowie Bewässerung helfen, die schädlichen Effekte der Erosion auszugleichen, aber durch sie wird das Potential für Umweltbelastungen und gesundheitliche Probleme nur noch erhöht, indem natürliche Habitate zerstört werden und hoher Energieverbrauch die Folge sind. Tatsächlich nehmen infolge Erosion die landwirtschaftlichen Produktionskosten um 25% pro Jahr zu. Beispiele zeigen, dass die Erträge in einigen Gebieten auf erodierten Böden 9%-34% geringer waren als auf leicht erodierten Böden. Auch das Wasserrspeicherungsvermögen der Böden sinkt infolge der Erosion. Weitere Probleme die durch Bodensedimente von erodierenden landwirtschaftlichen Flächen verursacht werden, manifestieren sich in Beschädigung von Straßen und Abwasserkanäle, Schwemmsandfundamentierung, Drainagezerstörung, Unterspülung von Fundamenten und Fahrbahnen, Verschlämmen von Häfen und Schiffahtwegen, Unterbrechung der Strömungsökologie, Belastung der menschlichen Gesundheit und steigende Wasserbehandlungskosten. Zusätzlich können Sedimentablagerugen durch Anheben des Flußbettes und durch Ablagerung auf strömungsseitigem Feuchtland die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen erhöhen. Tatsächlich betragen die Kosten der off-site Schäden durch Erosion fast 40% der totalen Erosionskosten. Deshalb würden durch die Anwendung der konservierenden Landbewirtschaftung die Allgemeinheit davon Nutzen ziehen und zwar in einer Größenordnung von schätzungsweise 32 Euro/ha Ackerland. Wenn off-site und on-site Kosten der Erosion summiert werden, betragen diese, die allein durch Erosion von landwirtschaftlichen Flächen verursacht werden, in den USA geschätzt ungefähr 85,5 Euro/ha Ackerland und Jahr. | |||||||||||||
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| Der Bodenwassergehalt ist ein sehr wichtiger begrenzender Faktor für die landwirtschaftliche Produktivität. Von vielen Autoren wurde berichtet, dass konservierende Techniken im Vergleich zu konventionellen Techniken das Wasserspeicherungsvermögen im Bodenprofil erhöhen. Zusätzlich senkt Stroh auf dem Boden die Wasserverdunstung, während jeder Bodenbearbeitungsgang diese steigert. | |||||||||||||